Metrosexuelle Männer.

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Erfahrungen einer Afrikanerin mit deutschen Mannsbildern.

Afrikanische Frauen und deutsche Mannsbilder.

Ich lernte vor Jahren eine nette Afrikanerin kennen, die zu dem Zeitpunkt bereits seit einigen Monaten in Deutschland lebte und heute mit einem deutschen Mann verheiratet ist. Wir pflegen ein sehr vertrautes freundschaftliches Verhältnis. Sie war damals so wie ich Single und wir tauschten deshalb gern unsere Erfahrungen und Erlebnisse von den Begegnungen mit dem andere Geschlecht. Als wir mal wieder gemütlich beisammen saßen und uns köstlich amüsierten, befragte sie mich ein wenig irritiert über die deutschen Mannsbilder. Sie hatte sich in einen hübschen jungen Mann verguckt, war aber über dessen Wesen und Erscheinung ein wenig irritiert. Um es auf dem Punkt zu bringen: Die junge Frau war sich seiner sexuellen Orientierung nicht sicher, wollte ihn aber zu diesen Zeitpunkt noch nicht mit derart offensiven Fragen konfrontieren. Nicht jeder Mann ist ein muskulöser Adonis, daß kannte sie auch von Afrika. Gebleichte Haarsträhnen, gezupfte Augenbrauen und ein Teint der noch von der Pflegecreme glänzte verwirrte die afrikanische Frau jedoch. Afrikanerinnen mögen gepflegte und schick gekleidete Männer, sie wollte aber keinesfalls jene Herren kennenlernen, die meinen ihre sexuellen Erfahrungen regelmäßig in andere Richtungen erweitern zu müssen.

Metrosexuelle Männer - Ausleben femininer Lebenskultur.

Westliche Männerbilder und der metrosexuelle Mann.

Wäre mir die Frage über das voran beschriebene Mannsbild vor der Jahrtausendwende gestellt worden, hätte ich sicher zielsicher mit wenigen Worten geantwortet. Nun mußte ich aber zu bedenken geben, es könnte sich ja um einen metrosexuellen Mann handeln. Die Augen und Ohren meiner afrikanischen Zuhörerin weiteten sich. Heterosexuelle Männer die keinerlei Wert auf eine maskuline Erscheinung legen und in ihren oft extravaganten Lebensstil auch ihre feminine Seite ausleben? Gleichberechtigung, Männer die aktiv im Haushalt und bei der Sorge um die Kinder mithelfenden fand sie Klasse - aber diese kulturellen Zwitter, daß hatte sie noch nie gehört. Männer die für sich feminine Seiten vereinnahmen? Lebens- und Verhaltensweisen die sie nach ihrem Kulturverständnis eindeutig den Frauen zuordnete, daß konnte und wollte sie nicht verstehen. Ich bin kein Afrikaner, verstand und verstehe es bis heute ebenfalls nicht und konnte ihr in dieser Sichtweise uneingeschränkt zustimmen. Übertriebenes Machogehabe mögen die meisten afrikanische Frauen bei ihren Männern genau so wenig wie die hiesige Weiblichkeit, aber eine Beziehung mit einem ausgeprägt metrosexuellen Mann konnte sie sich noch weniger vorstellen.

Metrosexualität - Neuer Lifestyl oder nur lukrative Konsumenten?

Was braucht ein Mann zum Leben?

Welch grauenvolle Situation für die Marketingexperten der Schönheits- und Kosmetik-Branche - Männer die neben Zahnbürste, Kamm, Duschgel und Rasierer nichts weiter benötigen! Was kommt nach den Rasierapparat Mach 12 mit prikelnder Hautstimmulation? Die Anzahl der Klingen kann schließlich nicht ins Unendliche gesteigert werden! Wie gewinnt man die als Kosmetik-Muffel bekannten Männer als lukrativen Konsumenten? Die Herren mit Neigung zum selben Geschlecht sind da ganz anders, nur kann man den bizarren Lifestyl von schrägen Individuen der Künstler-, Mode- und Designerszene schwerlich dem vernuftbegabten Normalo vermitteln. Die Konsumentenkultur brauchte dringend ein neues Männerbild - den metrosexuellen Mann. Die Werbeindustie nutzt dabei die populären und sehr medienpresenten Gestalten, um mit deren hohen Identifikationspotential den neuen Lebensstil in die Wohnzimmer der Fersehglotzer zu transportieren. Es hat funktioniert, hier ein Wässerchen, da ein Cremchen und die ultimative Lotion gegen Fältchen für den Herren über vierzig. Ohne Gel in den Haaren traut sich ohnehin kein Mann mehr vor die Tür und die Schuhe sollten schon zur Farbe von Basecap und Handy passen. Die Badezimmer der Männerwelt werden zunehmend feminin und irgend wann ähnlich üppig mit Pflegeartikeln bestückt sein, wie die kleine Rossman Filiale um die Ecke. Märkte werden nicht nur erschlossen, Bedürfnisse oder Zielgruppen werden ganz einfach neu geschaffen.