Panafrikanismus München.

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250 Teilnehmer - Panafrikanismus Konferenz im Goethe-Forum.

Der Panafrikanismus Tag

Afrikaner luden zu einer Konferenz über den Panafrikanismus ins Münchner Goethe-Forum ein. Mehr als 250 Interessierte kamen aus ganz Deutschland um einen ganzen Tag über den die Situation des afrikanischen Kontinents zu referieren und zu diskutiern. Dabei kamen Zukunftsperspektiven nicht zu kurz. Ergänzt wurde das Programm durch zwei Konzerte von afrikanischen Musikern. Der Panafrikanismus Tag war Thomas Sankara gewidmet, dem fünften Präsidenten von Burkina Faso, einem der führenden Panafrikanisten, der vor 20 Jahren ermordet wurde (15. Oktober 1987). Ziel des Panafrikanismus-Tages war es, den stereotypen Bildern von Afrika entgegenzuwirken. Hamado Dipama vom Organisationskomitee erklärt: "Wir müssen das Bewusstsein dafür wecken, daß der Schlüssel zur Entwicklung Afrikas in Afrika liegt." Es geht darum, vergangene und aktuelle Entwicklungen des afrikanischen Kontinents in einem größeren Kontext zu reflektieren, der auch Europa miteinbezieht.

Deklaration des Panafrikanismus Tages in München

Panafrikanismus Tag

Wir, Afrikanerinnen und Afrikaner aus unterschiedlichen Ländern und Gruppierungen, vereint im Organisationskomitee des Panafrikanismus Tages in München, stellen uns angesichts der immensen Größe des afrikanischen Kontinents, der natürlichen Ressourcen und der menschlichen Potenziale eines jeden Landes sowie der Folgen des Kolonialismus und der Sklaverei hinter die folgende Erklärung:
1. Erklärt die Konferenz, daß Afrika die Mittel hat, sich zu entwickeln und sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und die Hilfe zurückzuweisen, durch die es seiner wahren Unabhängigkeit beraubt wird.
2. Richtet die Konferenz einen dringenden Appell an die afrikanischen Völker, das eigene Bewusstsein zu wecken und den Geist des armen Opfers zu überwinden, das unfähig ist, sich eine bessere Zukunft zu schaffen. "... Nur der Kampf schafft Befreiung..." sagte Thomas Sankara. In diesem Sinne ist der Fortschritt beispielhaft, der in Burkina Faso mit dem Präsidenten Thomas Sankara in einer Zeitspanne von nur vier Jahren erzielt wurde.
3. Verurteilt die Konferenz im Sinne der politischen und ökonomischen Stabilität der afrikanischen Länder jegliche Machtaneignung durch Blutbäder und Verletzung demokratischer Institutionen. Darüber hinaus steht sie für die Meinungsfreiheit.
4. Unterstützt die Konferenz jegliche von innen und von außen kommende Initiative der wirtschaftlichen Entwicklung und fordert einen Block der afrikanischen Staaten für die vollständige und bedingungslose Streichung der Auslandsschulden. Die Konferenz befürwortet jegliche Bemühung um eine gemeinsame afrikanische Währung. Die Konferenz unterstützt jegliche Initiative, die den zwischenstaatlichen Dialog begünstigt - anstelle von Kriegen zwischen Staaten oder von Konflikten zwischen Rebellenfraktionen und loyalistischen Armeen. Die Konferenz verurteilt die Verträge, die es nicht afrikanischen Armeen gestatten, zu welchem Zweck auch immer in Afrikazu intervenieren.
5. Fordert die Konferenz die afrikanischen Verteidigungskräfte auf, sich den Konflikten zu widersetzen, die von außen diktiert und finanziert werden, um die wirtschaftlichen Ressourcen besser ausplündern zu können.
6. Erinnert die Konferenz angesichts der Folgen des Kolonialismus und der Sklaverei daran, daß Afrika immer noch die Last der Missetaten der Kolonialzeit und der Sklaverei auf seinem Rücken trägt.

Jeder Afrikaner soll wissen wer er ist, damit er weiß, wohin er geht!"

Benewende Stanislas Sankara

Referenten: Benewende Stanislas Sankara, Rechtsanwalt aus Burkina-Faso, Präsident der Partei UNIR/MS (Union pour la renaissance/Mouvement Sankariste), Abgeordneter im Parlament, Anwalt der Familie Sankara und CIJS (Comité internationale Justice pour Thomas Sankara), Mitglied von GRILA (Groupe de recherche et d'initiative pour la Libération de l'Afrique). David Adu Boahene stammt aus Ghana und ist freier Journalist. Gründer des freien Senders "Radio Afrika" in Stuttgart. Pressesprecher der Africa Workshop Organisation, schreibt für Magazine wie African Courier und Lo'Nam. Uche Akpulu, Biochemiker und Umweltberater, stammt aus Nigeria, Panafrikanist und Mitglied verschiedener Menschenrechtsgruppen in München. Autor eines Beitrags im Buch: re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. Senfo Tonkam, stammt aus Kamerun, Doktorand in politischer Philosophie, früher Dozent für Antirassismus und Interkulturelle Kommunikation an der Universität Hamburg. Mitglied von Struggles of Students, African Refugees Association, Black Students Organisation und Black Nation. Ayaba Cho Lucas, Chemiker, stammt aus Kamerun, Menschenrechtsaktivist und Koordinator von The VOICE Africa Forum in NRW, Generalsekretär und Gründungsmitglied der Southern Cameroons Youth League (SCYL) in Deutschland. Autor des Buches: Not Guilty: We Versus Them, the Experience of an African Refugee.